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Michael

The Inner Circle

  • »Michael« ist der Autor dieses Themas

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Donnerstag, 12. Januar 2017, 17:23

Trilobiten mit Weichteilerhaltung aus Marokko !

Hi Ihr,

ich finde das Jahr fängt trilobitentechnisch nicht schlecht an, Eier, Beine....
Also hier eine brandneue Arbeit über die Entdeckung erhaltener Weichteilstrukturen bei Asaphiden der Art Megistaspis (Ekeraspis) hammondi aus dem Ordovizium von Fezouata. Bei einem Exemplar sind Teile des Verdauungssystems erhalten, dieses zeigt wohl einige Strukturen die von bisher bekannten bei anderen Trilobitenarten abweichen. Ein anderes Exemplar zeigt ein komplettes Set von Endopoden, also Schreitbeinen, über die gesamte Länge des Tieres. Die Exopoden ("Kiemen") sind nicht erhalten. Dabei kann bei diesem Trilobiten zum ersten mal eine Heteropodie (gibts das Wort im Deutschen ?), das heißt die Beine des Cephalons sind größer und massiver als die von Thorax und Pygidium, außerdem sind diese bestachelt. Vielleicht entwickelten sich hier erste spezialisierte Wekzeuge ? Diese Trilobitenart hat allerdings wohl kein gegabeltes Hypostom, daher vermuten die Autoren bei diesen stachligen Beinen eher die Funktion "graben nach Futter" als Jagd. Meiner Meinung nach jedenfalls sehr interessante Funde und viele neue Erkenntnisse über die Morphologie unserer Lieblingskrabbeltiere...

Juan C. Gutierrez-Marco, Diego C. Garcia-Bellido, Isabel Rabano & Artur A. Sa: Digestive and appendicular soft- parts, with behavioural implications, in a large Ordovician trilobite from the Fezouata Lagerstätte, Morocco (Scientific Reports 7 82017)
http://www.nature.com/articles/srep39728


lG
Micha

Xiphogonium

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Freitag, 13. Januar 2017, 20:23

Hallo Namensvetter! :026:

Interessante Sache! Vielen Dank für den Link! :323:

Ob es für "Heteropodie " ein deutsches Wort gibt? Mit Sicherheit, auch wenn wir es erfinden müssen. Wie wär's mit "Andersbeinigkeit" (im Anklang an 'Andersartigkeit')?

Gruß,

Mike
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howikaktus

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Donnerstag, 9. Februar 2017, 21:16

Ich hatte den Artikel auch gerade entdeckt aber ihr wart schneller. Schön finde ich auch die differenzierte Darstellung der Ergänzungen.
Bei der Heteropodie würde ich persönlich die Verschiedenfüssigkeit als Übersetzung bevorzugen. Aber Heteropodie klingt besser.

LG Holger