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Jens

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1

Samstag, 28. Dezember 2013, 18:39

Präparation von "Was ist das" - Schnittbildrätsel - 24 - Chasmops cf. tallinnensis

Hallo allerseits,

heute hatte ich die Gelegenheit genutzt und mit meinem Vater eine Exkursion zu einem nahegelegenem Geschiebestrand bei Rostock unternommen. Es war die Hoffnung, dass der heftige Wintersturm vor 2 Wochen vielleicht ordentlich den Strand umgewühlt hat und so vielleicht doch ein paar interessante Geschiebe herum lagen. Nun, wir hatten gutes Wetter, um die 10°C und windstill, naja kurze Phasen Nieselregen rundeten das Erlebnis ab, aber ansonsten war es für die Jahreszeit viel zu warm. Wir hatten noch nicht mal Handschuhe angezogen.

Das systematische Durchklopfen der Kalke brachte leider kaum Funde, von einem Lonchodomas-Kopfschild im Ludibunduskalk und einem Illaenus-Cephalon im Nileuskalk mal abgesehen und so maschierte ich recht lustlos am Stand entlang. Der Wechsel zu meiner alten Brille, um das empfindliche Glas der Neuen zu schonen, machte das Suchen auch nicht einfacher, da meine Augenstärke wohl in recht kurzer Zeit deutlich mieser geworden ist. Glücklicherweise erkenne ich aber interessante Geschiebetypen im Halbschlaf und trotz Maulwurfsblicks und so hatte ich am Ende doch unverhofft Glück und fand einen vielversprechenden hellgrauen Ludibunduskalk, in dem sich ein ganzer Trilobit versteckt hat.

Obwohl es sich um einen fast perfekten Anschnitt handelt, musste ich 2x hinschauen bis ich halbwegs wusste, was ich da nun entdeckt hatte. Mein Vater hat nichts im Anschnitt gesehen und so ging es auch weiteren Strandbesuchern, die gerade in der Nähe waren und neugierig den Stein beäugten. Niemand konnte sich vorstellen, was wohl hinter dem Anschnitt steckt. Ich sehe aber vor meinem geistigen Auge schon den fertigen Trilobiten, der übrigens beim Finden genau unter der Stelle sitzt, wo ich mit dem Hammer draufgeschlagen habe. Murphy's Law, wie es immer so ist, ich hoffe, dass alles beisammen geblieben ist und nicht eine kleine Scherbe fehlt.

Ich bin mal gespannt, ob jemand herausfindet um was es sich handeln könnte, ich habe ja schon ein bisschen was zum Geschiebetyp erzählt und vielleicht kriegt ja jemand die Familie raus, denn momentan bin ich bei der Gattung selbst noch nicht sicher;-) Aber es ist was sehr Spannendes.

Als Bilder habe ich ein Foto vom Strand eingestellt sowie weitere Bilder vom Geschiebe, welches ich noch am Strand fotografiert habe. Natürliches Licht ist sicher besser als das schlechte künstliche Licht, was ich abends zur Verfügung habe.

lg,
Jens
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noel006

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2

Samstag, 28. Dezember 2013, 20:31

Hallo Jens,
yay erster Blick und ich dachte mir dürfte Geschiebe sein, so langsam wirds :201: . Natürlich kann ich dir leider nicht sagen, was es sein könnte.
Ich kann dir aber viel Glück wünschen, dass da was Gutes und Seltenes bei raus kommt :199: .
Und freue mich schon auf weitere Bilder von dir.

Mit freundlichen Grüßen
Leon

juniper

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3

Samstag, 28. Dezember 2013, 20:45

Hi Jens

Na, sieht so aus als hätte dir der Weihnachtsmann auch noch ein Fossil (Trilo) zukommen lassen :112:

Aufgrund der dünnen Schale (Rachis-Querbruch) würde ich einen Asaphus mal ausschließen und vielleicht in Richtung Mops raten: ein Chasmops ?

lg.Klaus
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2.Trilobiten-Tagung (19./20.2.2011): Abstracts der Vorträge

Jens

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4

Samstag, 28. Dezember 2013, 21:44

Hallo ihr beiden,

vielen Dank für die Rückmeldung, in der Tat mit dem Stück habe ich mir meinen Weihnachtstrilo selbst gesucht. Da es jetzt nichts Gewöhnliches ist, ist es auch schwer genau zu sagen was es ist. Klaus hat mit Chasmops schonmal fast ins Schwarze getroffen. Es kann einer sein, aber ich vermute was aus der nahen Verwandtschaft, etwas mit einem Lobus mehr;-)

Ich kanns aber erst rauskriegen, wenn ich mit der Präp anfange und dass wird erst nähstes Jahr sein;-)

Dieser Geschiebetyp ist übrigens der Beste für Trilos, man muss ihn nur erstmal finden;-)

lg,
Jens
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Jens

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5

Sonntag, 29. Dezember 2013, 17:27

Hallo allerseits,

ich habe noch ein paar weitere Bilder gemacht. Eins zeigt den Stein im Ganzen, und die anderen dann nochmal die Schnittbilder mal trocken dann befeuchtet;-)
Vielleicht kommt ja noch jemand auf die Lösung, wobei Chasmops nicht schlecht ist, aber ich vermute eben eine andere Gattung, benannt nach einer Insel;-)
Allerdings sind die Merkmale nicht sicher zu sehen;-)

Da der Trilo nahe der Oberfäche liegt, werde ich versuchen den Trilobiten in einer flachen Mulde zu präparieren, falls das gute Stück nicht zu schräg im Stein liegt. Wenn man auf das 1. Bild schaut, sieht man dass ich den Stein nur einen Schlag verpasst habe (mit einem 1kg-Hammer) und genau an der Stelle lag der Trilobit;-) Glücklicherweise macht der Thorax an der Stelle ein leichtes Hohlkreuz, denn nur wenige Millimeter höher, hätte es sicher eine schwere Beschädigung gegeben.

viele Grüsse,
Jens
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Michael

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6

Sonntag, 29. Dezember 2013, 19:18

Hallo Jens,
Glückwunsch zu Deinem tollen Fund, ich bin ganz ehrlich, ich hätte jetzt im Querbruch die Gattung jetzt nicht genau erkannt...;-)
Aber Verwandschaft von Chasmops und dann nach einer Insel benannt- da habe ich doch mal gegoogelt... Da gibts nen Ruegenometopus... von dem ich leider im Netz noch kein Bild gefunden habe.
Na jedenfalls bin ich mal gespannt, wie dieser Trilo dann präpariert aussieht. Bin froh, dass Du ihn gefunden hast, da ist der Racker ja wirklich in den besten Händen. :323:

Viele Grüße,
Micha

Jens

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7

Sonntag, 29. Dezember 2013, 19:35

Hi Micha,

vielen Dank für die Lorbeeren;-)

In der Tat mein Favorit ist momentan Ruegenometopus, nun ob diese Idee nun wirklich stimmt oder nicht wird die Präparation zeigen. Es dürfte aber die wahrscheinlichste Lösung sein, da Ruegenometopus heinrichi aus dem Ludibunduskalk beschrieben wurde.

Es gibt ein Bild, ein Exemplar was von Stefan Polkowski (tassidia im Steinkern-Forum) gefunden wurde und uns hier schonmal einen guten Eindruck gibt.

http://ww.steinkern.de/images/berichte/G…ssadia/Abb7.jpg

Vielleicht ist es ja auch nur Wunschdenken, aber ich habe bei der Bestimmung ein gutes Bauchgefühl;-)

lg,
Jens
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Lugo

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8

Sonntag, 29. Dezember 2013, 20:32

Hi Jens,

it was for me an impossible task to come with a possible candidate for this trilo. I had already great difficulty to follow the fracture lines of the shell on this piece of rock....
It's amazing that you even could detect this trilo, when breaking the stone in the field :112: .
And now i am of course very curious to see the preparation story of this bug.
But as Micha already mentioned,this bug is in the best possible hands to come out beautifully.

Good luck.

Luc
:026:

Jens

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9

Sonntag, 29. Dezember 2013, 21:22

Hi Lugo,

many thanks. In the field I did not recognize that this trilobite is complete at the first glance, because I looked first at the piece where the line was less good visible. But I have seen the head and when you find a larger trilobite remain in the Ludibundus-limestone, then you have to look very carefully especially when you have found the good bright-grey variante. So I was carefully and looked after the second piece and then it's was quick clear, wow, a nice rare one.
If you know somewhat about the fauna of this type of limestone, then you can quick exclude some genera.

The most frequent trilobite is Ogmasaphus praetextus, quickly followed by Nileus platys, Illaenus is also not so rare, but all others are rare;-) Cnemidopyge, Lonchodomas, Panderia, Chasmops, Platylichas, Leningradites, Neoasaphus et cet are known. If you look after the cut of the pleurae you see special features, very thin shell and deep furrows and especially lots of them. Asaphids have 8 pleurae and a thicker shell, so you can exclude them . Harpetids are not known to me from this layer, so less probable;-)
I'm short-sighted so this is may be an adventage in the field to get an idea about details. Some years of experience might also be helpful;-)
The strong inflated frontal lobe and the large eye guide me to think of Chasmops or another member of the Pterygometopidae and so the genus Ruegenometopus came into my mind. I found a Chasmops in younger years and massacred him, so I know that he has a more or less thick shell. But to be honest, it's an educated guess, but nevertheless it will be an interesting and rare trilobite.

I add the picture of Stefan's specimen to show how I think how the cut runs through the specimen. Hope I'm right;-)

I will carefully prepare the specimen after my return to Switzerland, now we have to waite. Me too.

all the best,
Jens
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juniper

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10

Dienstag, 31. Dezember 2013, 17:45

Ruegenometopus ... was es nicht alles gibt :291:

Die Präpp wird sicher eine Herausforderung, aber es dürfte dir gewiss gelingen, das Potential des Stückes zur Geltung zu bringen. Vielleicht wird das fertige Stück dann ein Überraschungstürchen im Trilo-Adventskalender für 2014 :219:

Viele Grüße
Klaus
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2.Trilobiten-Tagung (19./20.2.2011): Abstracts der Vorträge

Jens

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11

Dienstag, 31. Dezember 2013, 18:37

Hi Klaus,

danke für die Wünsche, hoffe dass es ein gutes Exemplar wird, jedenfalls hat es Potential was richtig Feines zu werden. Mal sehen wie die Trennung ist, ich werde vorsichtig arbeiten müssen, weil die Schale sehr dünn ist und leicht brechen kann. Ausserdem kann die Trennung der Matrix problematisch sein, aber ich hoffe dass es gehen wird.
Schätze aber dass ich den Trilo noch im Januar präparieren werde, aber vielleicht zeigen wir dann das Ergebnis erst später;-)

lg,
Jens
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Xiphogonium

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Donnerstag, 2. Januar 2014, 14:04

So schlecht können die Augen dann aber doch nicht gewesen sein, wenn ich mir die Körnigkeit der Bruchstelle so anschaue, in der der Querschnitt ja offenbar wirklich kaum auffällt .... aber tröste dich, ich befürchte, ich brauche demnächst auch wieder ein paar neuer Guckgläser ... Glückwunsch zum Fund, ich bin mir sicher da kommt was Feines bei heraus, so wie immer! :206:
"The gates of Heaven and Hell are adjacent ... and unmarked!" - Carl Sagan
Empfehle uns doch weiter! :201: (Klappern gehört zum Handwerk)

Jens

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13

Sonntag, 19. Januar 2014, 20:49

Hallo allerseits,

ich habe übers Wochenende einige Stunden Arbeit in mein "Weihnachtsgeschenk" investiert. Leider gestaltet sich das Auspacken des Geschenks schwieriger als erwartet, da der Kalk recht stark mit der Schale verbunden ist. Grund ist eine feine Granulierung der Schale, die ein deutlich stärkeres Kleben der Matrix als bei glattschaligen Trilobiten verursacht.
Durch die oberflächige Lage ziehen sich auch einige Sprünge durchs Gestein, so dass die Schale von Rissen durchzogen ist. Hier ist ein sehr vorsichtiges Annähern an die Schale die Methode der Wahl, da sonst die dünne Schale noch stärker zersplittern würde und sich dann wohl bei einer unbedachten Bewegung vom Steinkern lösen würde. Also habe ich anfangs erstmal sehr vorsichtig gestichelt und als ich merkte dass selbst das schon zu viel war, mich herangeschliffen. Glücklicherweise liegt der Trilo ja nur wenige Millimeter bis Zentimeter unter der Oberfläche, so dass die Schleifarbeiten bislang moderate Mehrarbeit benötigten.

Begonnen habe ich bei den Pleuren im hinteren Bereich des Thorax, wo der Abstand zu Oberfläche gering war und die Pleuren stabil wirkten. Je dunkler die Schale, umso besser, je heller umso stärker gestört ist sie. Sollte sich beim präparieren von Trilobiten die Farbe der Schale bei Präppen zum hellen hin ändern, ist es ein Zeichen dafür, dass die Schale sich vom Steinkern zu lösen beginnt und man vorsichtiger weiter machen muss.

Ich habe am Kopf ebenfalls schon etwas sondiert und dort eine recht gute Trennung und eine sehr feine Tuberkulierung gefunden. Ich werde diesen Bereich vor dem Kleben noch weiter ausbauen, denn es arbeitet sich mit einem kleinen Handstück besser als mit einem Grossen.

Auf dem letzen Bild sieht man gerade freigestichelte Bereiche der Thorax-Spindel, wo die feine Tuberkulierung der Schale sichtbar ist. Hier werde ich sanft Strahlen müssen, um das aufliegende Restsediment zu entfernen. Da die Schalen relativ weich sind, darf man es damit aber nicht übertreiben und ich kann nur geringe Drucke verwenden.

Bei den Bildern sind die Kontraste etwas erhöht, die Schale ist in Natura etwas blasser.

Bin selbst gespannt wie es weiter geht;-)

lg,
Jens
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Lugo

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14

Sonntag, 19. Januar 2014, 21:59

Hi Jens,

this seems to be a delicate preparation exercise.
On the attached pictures the cracks in the shell of the trilobite are very visible. Hopefully this is only close to the surface because of the impact, when splitting the stone.
I really look forward to see how this preparation will develop. But i am sure that in your hands this bug will get the best treatment possible.


Good luck.

Luc
:026:

paul93

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15

Sonntag, 19. Januar 2014, 22:29

Moin Jens!

Wow, was für ein Fund, und das direkt vor meiner Haustür!
Ich bin schon seeeehr gespannt, was daraus wird und wie er am Ende aussehen wird..
Lass uns nicht zu lange warten ;)

Liebe Grüße!
Paul

PS: ach ja, ich versuche gerade die smileys kennenzulernen, also:
:117:

Andries

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16

Montag, 20. Januar 2014, 00:39

Hallo Jens,

der Anfang ist gemacht. Ich freue mich schon, wie es weiter geht.

Wie ich sehe, hast Du ähnliche Probleme wie ich mit meinem Geschiebetrilobiten.
Interessant, dass sie so zersplittert sind.
Meiner trennt zwar besser, aber es fliegen ruckzuck Schalenfragmenten weg.

Deine Granulation ist gemein. So halb angestrahlt sieht man sie perfekt, aber sobald Du alle Matrix beseitigst hast,
verschwinden sie im Gesamteindruck. Ohne "weissen" würde man sie kaum noch wahrnehmen.

Viel Erfolg beim Fortschritt,

Andries

Jens

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Montag, 20. Januar 2014, 10:05

Hallo ihr drei,

freut mich sehr, dass euch das bisherige Ergebnis gefällt. Aber es wird so schnell kein fertiges Präparat geben, da jeder Millimeter mühsam erkämpft werden muss. Vielleicht gibt es aber noch Bereiche die weniger kleben und dann schneller zu präparieren sind.
Da es ein Ausnahmefund ist, möchte ich aber keine hast-bedingten Beschädigungen riskieren, denn was wir hier sehen, ist in etwa so häufig wie ein Archaeoopteryx.

Die Granulation ist der Grund warum es eben nur langsam voran geht, Strahlen tue ich nur ganz wenig, um möglichst keine Details zu verwischen, denn die Mikrogranulation verschwindet selbst bei niedrigen Drucken und ich möchte ja ein möglichst authentisches Präparat fertigstellen. Denke bei mir ist das gute Stück schon richtig aufgehoben, aber ich möchte noch anführen, dass der Holotypus von Ruegenometopus heinrichi Krueger, 1993 durch einen Meister seines Fachs präpariert wurde. Ich habe jetzt leider daheim nicht die Originalarbeit von Krueger gefunden, aber ich habe in Erinnerung, dass es darin auch ein sehr schönes, handpräpariertes Exemplar abgebildet wurde.
Vielleicht hat ja jemand das grüne Heft mit der Unterkambrium-Ostrakode drauf in Griffweite (http://www.geschiebekunde.de/Inhalte/AG/AG_1-7.htm) und mag ein Bild des Typusexemplares hier mal einstellen.

Stefan Polkowsky hat sein Exemplar schon 1994 in Geschiebekunde aktuell vorgestellt, das Heft ist etwas verpixelt online zugänglich:

http://www.google.ch/url?sa=t&rct=j&q=&e….59568121,d.bGQ

Wer lieber das Originalheft haben möchte, kann ja bei der Gesellschaft für Geschiebekunde ein Exemplar preiswert erwerben;-)

In der Arbeit von Stefan finden sich einige Anmerkungen zum Gestein, er hatte beim Aufschlagen des Blockes das Problem, dass die Augen wie Glas zersprangen. Ludibunduskalk ist ein biosparitischer Kalk, der viele Fossiltrümmer (Echinodermenreste, Trilobitenfragmente, Kalkalgen?) enthält und in dem alle ehemaligen Hohlräume mit einem hellen spatigen Kalzitzement ausgefüllt sind. Oft sind die Augen nicht mit Sediment aufgefüllt sondern mit Kalzit, der auf mechanische Belastung leider ungünstig reagiert und gerne unkontrolliert kaputt geht (wir nutzen gerne das Wort "zerspratzen").

Ludibunduskalk ist aber ein sehr hartes Gestein, daher ist die Schalenerhaltung auch vorzüglich, nur leiden die Trilobiten beim Finden eben oft unter der Energie des Schlages. Ich hatte bei meinem Exemplar extremes Glück gehabt, einen Zentimeter weiter vorne oder hinten und es hätte massive Beschädigungen der Schale gegeben.
So führte der Schock des Hammerschlages wohl nur zu ein paar Rissen in der Schale, diese sind zwar nicht schön, aber noch das Kleinere Übel.
Ich denke bei diesem Exemplar bietet es sich an, wie von Andries vorgeschlagen, ein paar Fotos im geweissten Zustand zu machen, die Schalendetails sind ansonsten nur schwer oder nicht zu erkennen.

So scheint die feine Granulation der Schale nach dem Strahlen zu verschwinden, was aber nur ein optischer Effekt ist. Auf dem 4. Bild im obigen Beitrag bitte mal auf die Spindelringe der beiden mittleren Pleuren achten. Dort sieht man helle Bereiche, wo man die Granulation als dunkle Punkte in weisser Restmatrix frisch nach dem Sticheln sieht. Einmal drüberwischen mit dem Sandstrahler mit 1 bar und die helle Matrix ist weggepustet, die Schale sauber, aber der Kontrast ist weg. Die Granulation ist natürlich noch da, aber muss durch Weissen erst wieder zum Vorschein gebracht werden;-)

LG,
Jens
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Michael

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Montag, 20. Januar 2014, 10:44

Hallo Jens,

na da wünsche ich Dir alles Gute für die knifflige Präparation. Bei einem so seltenen Stück ist es wohl richtig so sorgfältig und ruhig zu arbeiten. Aber ich denke nicht dass Du in falsche Hektik verfällst... Das mit der Granulierung ist sehr interessant. Bin gespannt wie es weitergeht, toll jedenfalls dass wir an der Präparation wieder als Beobachter dabei sein dürfen. :323:

lG,

Micha

Jens

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Dienstag, 21. Januar 2014, 00:24

Hallo allerseits,

habe noch etwas weiter gemacht. Glücklicherweise ging das Pygidium etwas leichter und ich bin recht gut vorangekommen. Allerdings zeigt der schmale Randsaum, dass ich mich von der Idee einen Ruegenometopus gefunden zu haben, verabschieden muss. Bleibt also als Alternative erstmal noch Chasmops über. Ich hatte auch noch kurz Estoniops erwogen, aber der scheidet aufgrund einer anderen Spindelausbildung (eckig) aus.

Ich hänge dann mal ein paar Bilder samt einer Detailaufnahme vom Pygidium an.

lg,
Jens
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paul93

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Dienstag, 21. Januar 2014, 09:08

Moin Jens!

Also vielleicht ein chasmops, das ist doch auch der Hammer!
Sieht schon sehr gut aus, die Schale kommt gut raus und sieht Super aus.
Ich bin sehr gespannt, was noch kommt, ich bin sicher das wird ein
Tolles Stück!

Liebe Grüße!
Paul