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Andries

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Dienstag, 28. November 2017, 23:25

4. Trilobiten - Adventskalender - 2017

Liebe Trilobiten-Fangemeinde,

langsam aber sicher geht das Jahr 2017 zu Ende.
Auch wenn es im Forum ruhig war, waren viele von uns nicht untätig und es sind wieder viele neue Trilobiten für die Sammlungen präpariert worden.

Um
euch die Zeit bis zu Weihnachten zu versüßen, gibt es
dieses Jahr wieder einen neuen Trilobiten-Adventskalender. :286:
Die älteren findet ihr unter 1. Trilobiten-Adventskalender,2. Trilobiten-Adventskalender und 3. Trilobiten-Adventskalender.
In
den nächsten 24 Tagen möchten Jens, juniper, Michael und ich euch jeden Tag ein
Türchen öffnen und Trilobiten aus den Sammlungen vorstellen.
Bislang sind die Türchen nicht verplant, somit kann jeder mitmachen. :026:
Wer Interesse hat, kann mich einfach per PN oder per Mail anschreiben.
Wir freuen uns über jede Idee.

Kommentare sind erwünscht, aber bitte tragt sie nicht im Trilobiten-Adventskalender-Thread ein, sondern in den Kommentar-Thread.

Eine ruhige und schöne Adventszeit wünschen euch Jens, juniper, Michael und Andries


Anregungen, Kommentare, Ideen oder Verbesserungen zum Trilobiten-Adventskalender 2017
bitte hier eintragen!
Vielen Dank :112:

Please insert here any comments, suggestions or informations to the trilobite-Advents calendar 2017
Thank you :112:

Andries

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2

Freitag, 1. Dezember 2017, 04:17

1. Dezember, dass erste Adventstürchen öffnet sich.......

Wir freuen uns euch diese kleine Genevievella granulata vorstellen zu können. :106:
Vor ein paar Jahren wurde sie unpräpariert erworben (Bild 1+2).
Anfangs als eine kleine Cedaria minor eingeschätzt, zeigte der Dorsalstachel, dass es eine Genevievella ist.

In Gegensatz zu Cedaria minor, ist die Schale bei diese Genevievella deutlich dünner.
Was besonders heikel war, da nur Sandstrahlen für die Präparation in Frage kam.
Adulte Exemplare zeigen eine stabile Schale, dieses Exemplar hingegen eine Hauchdünne.
Mit wenig Druck und 40µ Dolo war strahlen möglich, dauerte aber ewig (~4h).
Das Ergebniss lässt sich jedoch sehen.

Viel Spaß mit diesem Schätzchen

Species: Genevievella granulata
Age/Alter: Middle Cambrian, Serie 3
Formation: Weeks Formation
Size: ~ 6,5 mm
Location: USA, Utah, Millard County, House Range
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juniper

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Samstag, 2. Dezember 2017, 09:10

Das zweite Türchen

2. Dezember 2017
Schwarz war es hinter dem zweiten Türchen, jetzt machen wir es auf :205:
Das Licht enthüllt auf dem schwarzen Schiefer einen Trilo in phosphatischer/teilweise pyritisierter Erhaltung.

Aus einer alten Sammlung kam dieser Bundenbach-Asteropyge. Er brachte leider einige Präparationsverluste mit, aber durch die sorgfältige Nachbearbeitung ist doch ein schönes Stück daraus geworden.

Die Freilegung der Ventralseite lässt natürlich erstmal auf die Überlieferung von Gliedmaßen hoffen. Allerdings sind eventuell erhaltene Reste bei der Altpräparation verlorengegangen. Der Gesamterscheinung des Fossils deutet außerdem auf einen bereits etwas "abgenagten" Zustand hin. Entweder liegt ein Häutungshemd vor, oder es handelt sich um ein bereits in Verfall übergehendes Exemplar. Es finden sich überall verstreut Reste von Tentakuliten, die sich hier womöglich zum Dinner eingefunden hatten.
Trotz des leicht vergammelten Zustands und der streckenweise unklaren Strukturen sind an den Unterseiten der Wangenstacheln, Pygidialbordüre und Pygidialanhängen doch einige feine Schalendetails - Granulierung, Terrassenlinien - erhalten geblieben.

Wirklich bemerkenswert ist jedoch die Größe des Trilobiten. Mit 66mm Länge bringt er es für einen Bundenbacher Asteropyge auf beachtliche Abmessungen, und findet damit zurecht einen Platz im Adventskalender.

"Asteropyge" sp.
Unteres Devon (unteres Emsium), ca. 404 Mio. Jahre.
Fundort: Hunsrückschiefer, Cauber Horizont, Bundenbach/Deutschland.
Länge 66 mm.
Fotos & Sammlung: KB

Viele Grüße
Klaus
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Talent ist eine Gabe, keine Verpflichtung.

2.Trilobiten-Tagung (19./20.2.2011): Abstracts der Vorträge

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Andries

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Sonntag, 3. Dezember 2017, 02:34

3. Dezember 2017

Irgendwie steht heute das Türchen auf dem Kopf... :263:
mmmhhh.....wieso bloss

achso :201: der Trilo kommt aus "Down Under"


Der Xystridura saint-smithi(?) schlummerte schon längere Zeit in meine Sammlung.
Das Negativ ist super erhalten, jedoch durch den geringen Kontrast zur Matrix, war er kaum sichtbar.
Im Sommer war dann der Entschluss da, dieses Manko zu beheben.

Interessanterweise kam mir das Gestein zu Hilfe.
Die rote Färbung des Gesteins ist nur oberflächlich und somit bräuchte ich diese nur zu entfernen, um die hellbeige Matrix freizulegen.
Durch den geringen Konstrast, sowie die gebogenen Pleurenenden (welche nicht sonderlich gleichmäßig lagen), war die Aufgabe doch schwerer als gedacht.
Mit eine sehr dünne Druckluftnadel und viel Geduld, konnte ich ihm trotzdem hervor zaubern.
Nun erkennt selbst der Laie den Xystridura sofort. :112:

Trotz sehr markanter Matrix, kann ich nicht viel über die Fundstelle sagen.
Die Informationen sind ziemlich überschaubar, aber alles deutet auf die Stadt Mount Isa hin.
Informationen zur Fundstelle sind herzlich willkommen.

Species: Xystridura saint-smithi (?)
Age/Alter: Middle Cambrian
Formation: Beetle Creek Formation (?)
Size: ~ 33 mm
Location: Australia, NW Queensland, Mount Isa (?)
Picture & collection: AW

Viele Grüße,

Andries
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Andries

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Montag, 4. Dezember 2017, 02:31

4. Dezember 2017
Was mag wohl dahinter sein?
Uiiih, es ist ein Ankauf von der Fossilienbörse Stuttgart 2017.

Für den Preis war der Altiocculus harrisi nur mässig präpariert (Bild 1).
Eigentlich verwunderlich, da es ein seltener Trilobit ist und redlich strahlbar ist.
Das Rätsel war schnell gelöst, da dieser Trilobite aus eine alte Sammlung stammt.

Oft vergessen wir, dass vor eine Dekade Strahlgeräte kein Standard waren, und nur wenige Profis sie hatten.
Somit gab es die Möglichkeit, den Altiocculus harrisi neuen Glanz zu verpassen. :112:
Auf Bild 3 könnt ihr auch noch einen kleinen Rolli finden, Species leider nicht bestimmbar.
Leider habe ich kein gutes Bild, hoffe es gibt euch trotzdem eine Idee wie der Rolli aussieht.

Species: Altiocculus harrisi(früher Alokistocare harrisi) + Trilobit sp.
Age/Alter: Middle Cambrian
Formation: Wheeler Formation
Size: ~ 22 mm
Location: USA, Utah, House Range
Picture & collection: AW

Viel Spaß,

Andries
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Michael

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Dienstag, 5. Dezember 2017, 00:18

5. Dezember 2017

Guten Morgen liebe Trilofreunde,

auch heute darf wieder ein Türchen geöffnet werden. Was ist denn das dahinter- kleine graue Krümel
auf grauem Stein ?
Weihnachten ist ja das Fest der Liebe, und auch Agnostiden wollen geliebt werden...
Ob sie jetzt Trilobiten sind oder nur trilobitenähnlich, ich mag sie jedenfalls ;-)
Vor einigen Jahren war ich in Schonen/ Südschweden kambrische Trilobiten sammeln, die Funde aus dem
Furongium (Oberkambrium) habe ich ja früher schon mal gezeigt. An einer anderen Stelle an der Küste finden
sich mittelkambrische Gesteine, ich konnte einige Belege für verschiedene Agnostiden und polymeride Trilobiten
finden. Allerdings nur EINEN artikulierten Agnostiden auf einem Stück Exsulanskalk, ich habe ihn unter Vorbehalt
als Triplagnostus gibbus LINNARSSON, 1879 bestimmt, bin für andere Vorschläge aber offen. Auf der Platte ist noch ein
Cephalon von Tomagnostus sp. (?), auf der Rückseite ein Cranidium eines Paradoxiden, vermutlich Paradoxides (paradoxissimus ?).
Weitere Reste polymerider Trilos, wie Cranidien von Parasolenopleura und Pleuren von Paradoxiden sind ebenfalls drauf.
Der artikulierte Agnostide (der weiße "Pfeil" zeigt auf das Kopfschild) ist gewaltige 5 mm "groß", über einem Teil
des Pygidiums liegt irgendwas anderes fossiles. Außerdem ist noch ein halber Agnostide, ebenfalls wohl T. gibbus,
auf dem Stück. Das Pygidium mit anhängendem 2. Thoraxsegment ist 7 mm groß, der komplette Agnostide wäre dann
immerhin deutlich über einen cm groß...
Hoffe Ihr könnt auf den Fotos ein bisschen was erkennen, nicht einfach bei der Größe und nicht vorhandenem
Kontrast zur Matrix...

Triplagnostus gibbus LINNARSSON, 1869 (?)
? Tomaganostus sp.
? Paradoxides paradoxissimus
Parasolenopleura sp.
Kambrium Serie 3 (Mittleres Kambrium, Stufe Paradoxides paradoxissimus)
Brantevik- Gislövshammar, Schonen, Schweden
Sammlung & Fotos Michael Bogisch

lG
Micha
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Andries

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Mittwoch, 6. Dezember 2017, 00:11

6. Dezember 2017

Zum Nikolaus verbirgt sich eine süße Überraschung hinter dem Adventstürchen.

Diesen Nikolausiops schokoladi habe ich während der Internationalen Trilobiten Tagung in Tallinn entdeckt.
Er ist wohl einem Pseudocryphaeus nachempfunden und besteht aus dunkeler Schokolade.
Es sollte eine nette Überraschung für Silke werden, aber leider war der Rückflug zu warm.
Zuviel Hitze ist für keinen Trilo gut. Der Pygidialstachel wurde weich und brach ab.
Zu allem Überfluss setzte sich auch noch das Palmfett durch die Hitze ab.
Zwar sieht es nun ziemlich authentisch aus, appetitlich ist anders.

Species: Nikolausiops schokoladi
Age/Alter: Adventium
Formation: Quetzalcoatl Formation
Size: 6,5 cm
Location: Estland,Tallinn, 6th International Conference on Trilobites
Picture & collection: temporär AW

Viel Spaß,

Andries
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Jens

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Donnerstag, 7. Dezember 2017, 00:48

7. Dezember 2017

Hallo allerseits, willkommen zum Weihnachtskalender, die 4. Runde

Quitsch, quitsch, knarr, was mag wohl diesmal hinter der Türe stecken.

Nun, es ist wie gewohnt auch diesmal wieder ein marokkanischer Trilobit :-) Ich habe ihn vor einer Weile unpräpariert erhalten und dieses Jahr dann präpariert. Er war etwas zerrissen und musste wieder zusammengeflickt werden. Die Schalentransplantation ist bei Scutelliden ja eher die Norm als die Ausname und sie ist dann auch ganz gut geglückt, trotz dünner Schale. Die grösste präparatorische Schwierigkeit war aufzupassen, dass der Stein an seiner dünnesten nur wenige Millimeter dicken Stelle nicht durchbricht :)

Es ist glücklicherweise aber alles gut gegangen. Raus kam ein Scabriscutellum mit dunkelbrauner Schale, also so wie sich Andries wohl seinen Schokoladentrilo gewünscht hat. Nun, mein Exemplar bietet sich nicht zum reinbeissen an, auch wenn es lecker aussieht. Ich bin mit dem kleinen aber feinem Exemplar sehr zufrieden, da es sehr schöne Schalendetails und sogar die Linsen in den Augen zeigt und keine medianen Stachel auf dem Thorax besitzt. Interessant ist auch, dass es mein bis data ältestes Scabriscutellum ist. Die Psychopyge-couche, aus der es stammt, ist eine der ältesten trilobiten-führenden Horizonte die wir im Oberems von Marokko haben, die meisten Exemplare von Scabriscutellum kommen aus etwas jüngeren Horizonten.
Nun, wie auch immer, dieses Exemplar weist eine weitere Besonderheit auf. Es zeigte sich am Rand des Pygidiums eine Beule, die sich als eine spezielle tumor-artige Deformation herausgestellt hat. Möglicherweise hat sich während der Häutung ein Fremdkörper an der Stelle festgesetzt, der zu einer Entzündung führte, möglich wäre auch ein Parasit. Das sollten wir diskutieren.

Nebenbei bemerkt, die weissen Farbe des Trilos kommt wegen der Bedampfung mit Ammoniumchlorid, wodurch sehr schöne, detailreiche Fotos möglich werden.

Nun denn, geniesst diesen hübschen kleinen Trilo und freut euch auf die nächsten Trilos, die wir euch bis Weihnachten zeigen werden.

Species: Scabriscutellum sp.
Age/Alter: Oberes Emsium
Formation: Tazoulait Formation
Size: 3,5 cm
Location: Marokko, Issoumour, Psychopyge-couche
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Was wäre die Welt ohne Trilobiten.
:267: :240: :272:

Michael

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Freitag, 8. Dezember 2017, 00:22

08. Dezember 2017



Liebe Trilofreunde,

hinter dem heutigen Türchen riecht es aber ganz schön nach Bitumen, was wird da wohl kommen ;-)
Einige haben diesen Trilobiten vielleicht schon in Natura gesehen, auf der letzten Trilobitentagung in Berlin hatte ich ihn dabei.
Es handelt sich hier um eine Peltura scarabaeoides scarabaeoides (WAHLENBERG, 1821) aus dem Furongium (früher Oberkambrium).
Diese Peltura ließ sich recht gut bestimmen, da die Pygidialstacheln erhalten sind. Abstand und Länge dieser Stacheln sind dafür ausschlaggebend. Daher ist es eben P. scarabaeoides scarabaeoides und nicht P. scarabaeoides westergardi.
Gefunden habe ich die Peltura im März 2015 an der Ostseeküste (Geschiebe) in einem Stinkkalkblock von gut 40 cm Länge, der wog wohl 5 kg.
Neben zahllosen Teilen von Peltura und Ctenopyge war dieses Stück der einzige artikulierte Panzer, wie es sich gehört habe ich den Block in winzige Steinchen zerlegt. Hat ein paar Stunden gedauert.
Die Präparation dieses Stücks übernahm Paul (Paul93), ich finde, er hat einen super Job gemacht. Er konnte auf einigen Pleuralstacheln und Pygidialstacheln Reste der
Schale erhalten.
Es liegt hier eine Exuvie dieses Oleniden vor, die einige Besonderheiten zeigt.
Das Häutungshemd ist von einem Längsbruch vom Cranidium durch den Thorax durchzogen, vermutlich durch den Druck der Sedimentschichten.
Der rechte Teil liegt insgesamt höher als der linke, komplett verschoben.
Die gebrochene und nach hinten herausgebrochene bzw. herausgedrehte Pleure lässt sich dadurch aber schlecht erklären.
Ronald (Agnostus) hält eine Beschädigung des Häutungshemdes durch Aasfresser (wie z.B. priapulide Würmer) für möglich.
Man könnte spekulieren, dass der Trilobit vielleicht Probleme hatte, die Häutung abzuschließen. Die Freiwangen sind nicht in der Nähe, vielleicht hat sich die Peltura noch ein Stück ohne sie weiterbewegt, verstarb dann aber. Der neue Panzer war noch weich, Aasfresser machten sich darüber her und zerbrachen dabei den alten Panzer. Peltura hatte ja eine sehr dünne Schale, da aufgrund des Lebensraumes wohl keine Bedrohung durch Prädatoren herrschte. Für diese Oleniden wird ja eine sehr sauerstoffarme Umgebung angenommen.
Dass die Peltura ihren alten Panzer selbst so beschädigt hat, halte ich für unwahrscheinlich... So kräftig waren diese Trilobiten sicher nicht;-)
Diese Peltura wirkt durch den Längsbruch und den dadurch geplätteten Panzer von der Statur her breiter, als sie eigentlich war, sozusagen eine Power- Peltura;-)
Im Stinkkalk sind diese Trilobiten eigentlich etwas höher gewölbt und schmaler, so wie meiner sehen sie sonst eigentlich im Schiefer aus.
Peltura scarabaeoides bzw. Teile davon waren die ersten Trilobiten, die ich selbst gefunden habe (vor etlichen Jahren mit Ronald und Heiko am Geschiebestrand).
Irgendwie ist Peltura daher so was wie mein Lieblingstrilobit geworden und ich habe mir gewünscht, selbst mal einen kompletten im Geschiebe zu finden... Wunsch erfüllt...
Nach 10 Jahren, in denen ich jeden Winter einige Tage im Geschiebe sammle, konnte ich endlich diesen relativ vollständigen Trilobiten finden. Meine Freude darüber
war natürlich riesig...
Das erste Bild zeigt den Trilobiten im Fundzustand.

Peltura scarabaeoides scarabaeoides WAHLENBERG, 1821
Kambrium, Furongium (früher Oberkambrium, Stufe 5)
Stinkkalk
Geschiebe Mecklenburg- Vorpommern
Sammlung u. Fotos Michael Bogisch

lG
Micha
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Andries

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Samstag, 9. Dezember 2017, 00:44

09. Dezember 2017

Heute geht es nach Deutschland zur Lahnmulde, auch bekannt als Heckelmann-Mühle.
Sicherlich dürfte fast jeder die reichhaltige Trilobitenfauna kennen, die in den letzten Jahrzehnt dort gefunden worden ist.
Umso schwerer ist es zu überlegen, was man hier vorstellt.

Kurzfristig viel die Entscheidung auf einen Morocops (Lahnops) steinmeyeri (?), welche ich hoffentlich noch nicht vorgestellt habe.
Original heist er in der Arbeit von Martin Basse & Peter Müller Barrandeops (Lahnops) steinmeyeri,
jedoch müsste Barrandeops in Morocops korrigiert worden sein (Van Viersen, 2017).

Der Morocops ruhte schon länger in meine Prep-Kiste.
Die gelbe Farbgebung war schon gut zu erkennen, weshalb ich nichts überstürzen wollte.
Im Sommer wollte ich es wissen und traute mich den Stein zu brechen. Die Neugierde war einfach zu groß.
Glücklicherweise gelang es recht ordentlich und alles wieder zurück kleben.
Noch ein wenig was weggeschabt und er war fertig.

Die gelbliche Trilobiten kamen aus eine kleine Ecke der Grube und waren leider schnell weg.
Der Bereich war sehr nah am Diabas-Gang, weshalb ich vermute, dass die Gelbfärbung durch das Aufheizen vom Gestein entstand.
Während der spätere Tektonik sind viele Sediment-schichten gefaltet, geplättet und teilweise leicht geschiefert worden,
die gelbe Trilobiten hingegen blieben noch mässig bis gut erhalten.
Vorallem die Negative sind sehr detailreich, weshalb Peter Müller sie für Silikon-Abdrücken nutzen konnte.
Zusammen mit Martin Basse haben sie (mit der Hilfe der Abdrücke) viele Trilobiten aus der Grube, sowie aus der Umgebung beschrieben.
Danke für die tolle Arbeit!!! :112:

Bild 5 zeigt das Negativ vom Morocops.
Leider war das Licht etwas ungünstig, weshalb es eher wie ein Positiv wirkt.
Immerhin sieht man schön die Linsen und Glabella Granulation.

Viel Spaß mit dem Trilo,
Andries

Species: Morocops (Lahnops) steinmeyeri (?)
Age/Alter: mittleres Ober-Emsium
Formation: Rupbach-Schiefer
Size: 2,4 cm (gestreckt)
Location: Deutschland, Lahnmulde, Heckelmann-Mühle
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Jens

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Sonntag, 10. Dezember 2017, 00:21

10. Dezember 2017

Weihnachten kommt mit schnellen Schritten näher, heute ist schon der 2. Advent, oO.
Ich habe zwar noch keine Geschenke, aber wenigsten habe ich was für Euch :)

Also hinter dieser Türe, da ist es, schon vor einer Weile präpariert und nicht gezeigt.

Ich habe etwas überlegt was ich zeige und war hin- und hergerissen zwischen krass und eher gewöhnlich. Nun ich habe mich für die eher gewöhnliche Variante entschieden und zwar für einen Proetiden. Nun, wir haben in unserem Forum einen Dalejeproetus-Megathread und da passt unser Advents-Trilo super rein.

Dalejeproetus-Megathread

Das Exemplar stammt aus einem rötlich verwittertem Kalk, wie er für die unteren Lagen von Maharch nicht unüblich ist. Der Bruch war nicht ganz einfach, aber es liess sich dank des eher weichen Kalkes und einer relativ harten Schale durch vorsichtiges Sandstrahlen eine Menge an Schalenstrukturen erhalten.
Die ersten Bilder zeigen den Trilobiten mit etwas Alkoholbedeckung, nicht etwa zur Feier des Tages, nein, es geht darum die Muskelabdrücke auf der Glabella zu zeigen. Mit etwas Alkohol wird die Schale durchsichtig und darunter liegende Strukturen kommen besser zum Vorschein. Ich hänge auch noch ein Bild in seitlicher Position an, aber wenn es um Strukturen geht, dann kommt man an einer Bedampfung mit Ammoniumchlorid nicht vorbei. Da ich noch keine geeigneten Bilder hatte, habe ich den Bunsenbrenner vorhin nochmal kurz angeschmissen :)
Und siehe da, die Schale zeigt beeindruckende Details. Eine feine Granulierung auf der Glabella und insbesonders das Pygidium zeigt jeden Menge an feinen Tuberkeln in einer Qualität wie ich sie bisher nocht nicht gesehen habe.
Zur Bestimmung möchte ich noch anmerken, dass es bei diesem Exemplar nicht ganz einfach ist. Der Fundort ist die Typuslokalität von Dalejeproetus sagaouii, doch auch dieses Exemplar passt nicht so ganz zu den Abbildungen in Johnson and Fortey, denn das Präglabellarfeld ist deutlich zu lang. Nun, Lugo hat im Forum darauf hingewiesen, dass es sich bei dieser Form wahrscheinlich um eine neue Art handelt, die D. branzovicus SNADR 1980 aus dem Lodenice Kalk von Branzovy nahe steht. Dalejeproetus-Megathread
Alerdings zeigen sich auch reichlich Gemeinsamkeiten zu Dalejeproetus sagaouii, insbesondere zum Paratyp, so dass ich erstmal bei Dalejeproetus aff. sagaouii verbleibe.

Nunja, ich denke es hat sich in der Zwischenzeit nichts Neues zum Thema ergeben, also verbleibt erstmal nur zu sagen: ein froher 2. Advent und geniesst die Bilder.

Species: Dalejeproetus aff. sagaouii Johnson & Fortey, 2012
Age/Alter: Unteres Pragium
Formation: Ihandar Formation
Size: ca. 2,1 cm (gestreckt)
Location: Marokko, Maider, Mrakib, Maharch
Picture & collection: Jens
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Was wäre die Welt ohne Trilobiten.
:267: :240: :272:

Andries

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Montag, 11. Dezember 2017, 00:27

11. Dezember 2017

Das 11. Weihnachtstürchen zeigt ein ganz besonders Geschenk, welches Silke und ich
zur unserer Hochzeit von Markus und Familie bekommen haben.
Es war ein unpräparierter Gerastos cuvieri aus dem "Geeser Horizont" mit einer schönen "holzartigen" Maserung der Schalensubstanz.
Rohlinge waren früher schon nicht häufig, heute eine richtige Rarität.
Wir sagen einfach :096: :112: :261: :026:

Die Präparation war anfangs sehr schwierig.
Sticheln ging nur mässig bis gar nicht und beim Strahlen kam ich mit Eisenpulver nicht weiter.
Mit Dolomit gestaltete sich die Präparation dann doch recht gut.

Nun freue ich mich, dass ich den Gerastos cuvieri hier im Adventskalender würdig präsentieren kann.
Die Holzmaserung des Trilobitenpanzers zeigt sich hervorragend. Einfach der Hammer!
Über die Entstehungsgeschichte der Maserung kann ich leider nichts sagen.
Während des Bearbeitens der Bilder entdeckte ich auch noch, dass an der rechte Glabellaseite die Muskelansätze sichtbar sind.
Links sind sie durch die Verwitterung, sowie die tektonische Stauchung der linken Wange nur zu erahnen.

Die ersten beiden Bilder zeigen den Gerastos un- bzw. anpräpariert.
Den fertigen Zustand seht ihr in den letzten drei, wobei das letzte Bild den Kopf aus zwei unterschiedlichen Winkeln zeigt.
Ein wirklich tolles Geschenk!!

Viele Grüße,

Andries

Species: Gerastos cuvieri(Steininger, 1831)
Alter: Eifelium (~398 - 392ma)
Formation: Ahrdorf Formation, Flesten Member
Größe: 30 mm (gestreckt)
Fundstelle: Deutschland, Eifel, Gees, Salmer Weg, Geeser Horizont
Bild & Sammlung: Andries
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Michael

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Dienstag, 12. Dezember 2017, 00:53

Hi Ihr,

hinter dem nächsten Türchen ist ja wieder kein "richtiger" Trilobit, sondern der ist schon weg und hat nur sein Häutungshemd dagelassen...
Nun, nach den ganzen perfekten Trilos der letzten Tage mal ein ganz und gar nicht vollkommener. Aber ich mag solche Stücke, hoffe Ihr auch ein bisschen.
Die Platycalymene hat bei ihrer Häutung vor ca. 455 Mio. Jahren eine Rechtsdrehung vollzogen und dabei nach und nach Pygidium, Thorax und dann das Cranidium abgestreift (natürlich ganz zum Anfang die freien Wangen, aber die sind nicht auf dem Stein...). Es gibt ja für Devon- Trilos Untersuchungen über "asymmetrisches Verhalten", also Bevorzugung einer Seite bei der Häutung- diese fällt bei verschiedenen Gattungen unterschiedlich aus. Das ist bis jetzt meine erste Platycalymene, also zu früh für Statistik, aber wohl ein "Rechtshänder" ;-)
Die Exuvie zeigt auf der Oberfläche eine schöne Granulierung. Das Häutungshemd ist ungefähr 25 mm lang. Hoffe Ihr mögt diesen alten Briten ein wenig.

Platycalymene tasgarensis SHIRLEY, 1936
Ordovizium, Llanvirn, Hope Shales
Leigh, Shropshire, UK

Fotos & Sammlung Michael Bogisch
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Andries

The Inner Circle

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14

Gestern, 01:00

13. Dezember 2017

Heute gibt es was Seltenes aus Frankreich.
Vor ein paar Jahren konnte ich es käuflich erwerben.
Schön ist sicherlich anders, dafür aber eine wirkliche Seltenheit.
Den einen Taihungshania miqueli sieht man nicht alle Tage.

Auf das 2. Bild kann man sehr gut das Hypostom im Negativ erkennen.
Auch wenn man es im Positiv nicht direkt sieht, irgendwie muss da noch das Hypostom reinpassen.

Viele Spaß wünscht euch Andries

Species: Taihungshania miqueli (Bergeron, 1894)
Alter: Arenig, frühes Ordovizium
Formation: Ahrdorf Formation, Flesten Member
Größe: 17 mm (ohne stacheln)
Fundstelle: Frankreich, N Montagne Noire, Bordure
Bild & Sammlung: Andries
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Matthias

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15

Heute, 00:24

14. Dezember 2017

Hallo zusammen,

ich freue mich, dass ich heute auch ein Adventstürchen bestücken kann.
Nachdem ich meine 3 Neuzugänge von den Mineralientagen München schon vorgestellt habe,
musste ich erst in meinem Fundus suchen.

Glücklicherweise habe ich 2015 in Sainte Marie aux Mines diesen Modocia typicalis erworben.Mit 15mm nicht unbedingt der größte, aber die rotbraune Farbgebung ist einfach umwerfend,
somit konnte ich ihn nicht liegen lassen.

Nach einigen Recherchen und Gesprächen bin ich mir sicher, dass der Modocia typicalis aus den "Red Beds" stammt.
House Range ist ein größeres Gebirge mit unzähligen Aufschlüssen, deshalb ist es schwer die genaue Fundstelle zu indentifizieren.
Glücklicherweise war hier die Farbgebung hilfreich, da diese rotbräune Färbung nur in den "Red Beds" vorkommt.

Die Fundstelle ist laut Sammler recht klein (10 x 4m) und schon ziemlich abgesucht.
Ein schöner Modocia ist nicht häufig und verbleibt oft in amerikanischen Sammlungen.
So freue ich mich, dass dieser den Weg in den Adventskalender gefunden hat.

Viel Spass beim Anschauen.


Gruß Matthias

Species: Modocia typicalis (Resser, 1938)
Alter: Kabrium (542-488 Ma)
Formation: Marjum Formation
Größe: 15 mm
Fundstelle: USA, Utah, Millard County, House Range, "Red Beds"
Bild & Sammlung: Matthias
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